Erfolgreiches lernen

„Lernen lernen“ ist in Kindertageseinrichtungen wie Schulen zu einem hochaktuellen Thema geworden. Die Anforderungen und der Leistungsdruck werden in unserer auf Bildung fixierten Gesellschaft zunehmend höher. Bildungs- und Lehrpläne sowie der Wunsch dem Kind die bestmögliche Bildung zukommen zu lassen steigern den Druck noch. Doch können Kinder Lernen wirklich lernen? Allen am Erziehungsprozess beteiligten Personen kommt hier eine Schlüsselrolle zu. Die Frage muss zunächst zurück an die Eltern und Erzieher in ihrer Vorbildunktion gerichtet werden: Sind wir noch neugierig? Lassen wir uns auf Neues ein, sind offen für Veränderungen? „Ich weiß, dass ich nichts weiß“, stellte schon Sokrates fest und bestätigte dadurch einen lebenslangen Lernprozess.

Für einen bewussten Wissens- und Kompetenzerwerb ist lernmethodische Kompetenz erforderlich. Die Art und Weise, wie Wissen erworben wird, hat einen großen Einfluss auf die spätere Nutzung des Wissens. Lernmethodische Kompetenz baut auf zahlreichen Basiskompetenzen auf:

  • Denkfähigkeit
  • Gedächtnis
  • Kreativität
  • Verantwortungsübernahme
  • Kommunikationsfähigkeit uvm.

Bis zur Einschulung können Kinder im „Lernen lernen“ unterstützt werden.

Folgende Kompetenzen sind für den Schulerfolg von entscheidender Bedeutung:

Lernen ist nicht nur Handlung, sondern bedeutet auch der Erwerb von Wissen. Übungen können zum Erfolg führen, z. B. häufig wiederholte Reime können sich Kindergartenkinder bald merken.

Kinder erkennen die Struktur von Lerninhalten. Sie erleben, dass sich Teilaspekte zu einem Ganzen zusammenfügen, z. B. erleben Sie, dass verschiedene Aktivitäten und Angebote ein Projektthema betreffen.

Der Bezug zwischen der Lernsituation im Kindergarten und Situationen außerhalb der Einrichtung kann hergestellt werden.

Jedes Kind lernt anders – Welcher Lerntyp ist das Kind?

Jedes Kind hat eine andere Art zu Lernen. Ob das Kind ein visueller, auditiver oder ein handlungsorientierter Lerntyp ist, lässt sich mit einer kleinen Übung leicht feststellen.

ie Bestimmung des Lerntyps hilft uns, Kinder in ihrem Lernprozess leichter zu unterstützen. Folgende Übungen sollten Sie mit Ihrem Kind durchführen:

Visuelle Wahrnehmung (das Kind lernt über das Sehen)

Zeigen Sie dem Kind drei Begriffe (z. B. Vogelnest, Polizeiauto) oder bei Vorschulkindern ein entsprechendes Bild. Anschließend notiert das Schulkind den Begriff, das Kindergartenkind darf ihn nennen. Wie viele Begriffe konnte sich das Kind merken? Wie genau hat es die Begriffe gelernt?

Auditive Wahrnehmung (das Kind lernt über das Hören)

Lesen Sie dem Kind langsam drei Begriffe vor (z. B. Sonnenblumenkern). Danach werden die Begriffe notiert oder beim Kindergartenkind abgefragt. Alternativ können auch Zahlenfolgen vorgesprochen werden (z. B. 2-5-7-8-6). Wie viele Begriffe konnte sich das Kind merken? Wie genau hat es die Begriffe gelernt?

Handlungsorientierte Wahrnehmung (das Kind lernt über die Verknüpfung mehrerer Sinne)

Diktieren Sie dem Kind einen Satz (z. B. „Das rote Auto auf der Straße macht viel Lärm.“) Zur Verstärkung liest das Kind den Satz beim Schreiben laut mit. Dann wird das Geschriebene verdeckt. Kann das Kind den Satz auswendig nachsprechen? Gerade lernen von Vokabeln wird diese Methode auch bei Lehrern gerne eingesetzt. Die Schüler sollen ein Wort laut lesen, aufschreiben und danach verdeckt überprüfen. Für Vorschulkinder wird eine kurze Bildergeschichte ausgelegt. Das Kind soll die Geschehnisse in der richtigen Reihenfolge beschreiben und nach dem Verdecken noch einmal nacherzählen. Ein guter Nebeneffekt ist hier die Förderung der Sprache. (Bei älteren Kindern und Schülern wird die handlungsorientierte Wahrnehmung häufig auch noch in taktile und kommunikative Wahrnehmung unterteilt)

Quelle: Newsletter kita-aktuell vom 26.04.2013

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