Kinderkommission: Sorge um die Krippen-Qualität!

Vor der Tür und vor den laufenden Kameras war die Welt noch in Ordnung, wurden Erfolge gefeiert und Zuversicht verbreitet. Als sich die Türen für die Öffentlichkeit schlossen, änderte sich das Bild.

In der nicht-öffentlichen Anhörung der Kinderkommission in Berlin am vergangenen Donnerstag, 16. Mai 2013, waren die kritischen Töne und sorgenvollen Mahnung nicht zu überhören.

Professor Dr. Wolfgang Tietze, Erziehungswissenschaftler an der Freien Universität Berlin im Arbeitsbereich Kleinkindpädagogik: “Wir haben keine Informationen über die tatsächliche Qualität in Kindertageseinrichtungen“. Als einer der Autoren der NUBBEK-Studie zitierte er erste, vorläufige Ergebnisse, nach denen nur 10 Prozent der schon vorhandenen Krippen den Qualitätskriterien völlig genügten und weitere10 Prozent qualitätiv völlig unzuzreichend seinen. Sein Vorschlag: Finanzierungshilfen für die Einrichtungen abhängig zu machen von Qualitätsnachweisen. Besondere Förderung müssten Kitas mit hohem Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund erhalten.

Das zentrale Problem der personellen Ausstattung vor allem in den Krippen und der Mangel an gut ausgebildeten Erzieherinnen wurde vor allem vom Sprecher der GEW, Norbert Hocke, thematisiert. Stärker als bisher müssten Mindestanforderungen definiert und durchgesetzt werden.

Ein großes Problem in den Kindertagesstätten sei, so Hocke, der Anstieg der Beschäftigungen mit Teilzeitverträgen und befristeten Verträgen. Ein Drittel der Beschäftigten steige spätestens nach anderthalb Jahren wieder aus dem Beruf des Erziehers aus. Auch darunter leide die Qualität der Kitas.

Eine bemerkenswerte Anmerkung steuerte, laut Mitteilung des Pressedienstes “Heute im Bundestag”, die Leiterin des Programms „Wirksame Bildungsinvestitionen“ der Bertelsmann Stiftung, Anette Stein, bei:

Es sei wichtig nicht nur aus Eltern-Perspektive eine Einrichtung zu betrachten, sondern auch aus den Augen des Kindes. Generelle Regelung gingen an der komplexen Situation jeder einzelnen Einrichtung vorbei.

Über ein Fazit der Anhörung wurde nichts berichtet.

Quelle: Newsletter der Stiftung für Kinder 052013
Orginalquelle: Heute im Bundestag, 16.05.2013

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