In unserer kleinen Kita können wir 48 Kinder betreuen, davon 18 Kinder unter drei. In einer Gruppe mit 12 Kindern unter zwei arbeiten zwei Erziehrinnen. Erkältete Kinder sind derzeit quasi der Normalzustand, so normal, dass Eltern meinen, ihre Kinder mit einer morgendlichen Temperatur von 38°C (und Fieberzäpfchen) in die Einrichtung geben zu können und darum bitten, das Kind erst abholen zu müssen, wenn es 39°C hat. Den Gegenpol bilden Eltern, die häufig mit ihrem kranken Kind zu Hause bleiben, finanzielle und Karriereeinbußen hinnehmen und erwarten, dass Kinder mindestens zwei Tage fieberfrei sein müssen, bevor sie wieder in die Einrichtung kommen. Sowohl von der einen als auch von der anderen Seite müssen die Kolleginnen im einfachsten Fall böse Blicke hinnehmen, ohne klar formulieren zu können, was geht oder nicht. Vielleicht können Sie uns so oder so Argumentationshilfen für die Gespräche mit den Eltern geben?

Die Frage der Betreuung eines fiebernden Kindes in der Kita ist nicht ohne Beachtung von Grenzbereichen und weiteren Symptomen zu beantworten.

Grundsätzlich gilt, dass die Kita-Betreuung sich auf gesunde Kinder bezieht!

Temperaturen bis 37,5° C gelten als normal, darüber bis 37,9° C als erhöht und erst ab 38° als Fieber. Ob ein Kind mit einer Körpertemperatur von wenig über 38° C als krank zu bezeichnen ist, hängt vom Allgemeinzustand und eventuell von weiteren Krankheitszeichen ab. Zeigt das Kind kaum Veränderungen in seinem Spiel- und Bewegungsverhalten und bestehen nur leichte weitere Krankheitszeichen (z.B. geringer Schnupfen) könnte man sich für einen Verbleib in der Kita entscheiden. Die Verantwortung dafür trägt die Kita-Leiterin in der Regel in Absprache mit der Betreuerin des Kindes.
Sinnvoll zu diesem Thema ist die Formulierung eines Passus zu diesem Thema im Aufnahme- oder Betreuungsvertrag.
Es ist unabdingbar, dass auch solche Hinweise eine Einzelfallentscheidungen erfordern.

Zum Thema „Fieberzäpfchen“ muss berücksichtigt werden, dass deren Einsatz, wegen der positiven Wirkung auf die Infektabwehr durch das Fieber erst ab Temperaturen von über 39° C zum Einsatz kommen sollten. Weiterhin ist zur Einschätzung der konkreten Fiebersituation wichtig, dass eine Senkung der Körpertemperatur 30 bis 60 Minuten nach Verabreichung eines Fieberzäpfchens 1 – 2° C niedriger liegen kann.

Zusammenfassend kann zum Thema der Betreuung von fiebernden Kindern in Kitas empfohlen werden:

  • Bei Kindern mit einer Körpertemperatur von um 38° C ohne weitere deutliche Beeinträchtigungen und ohne Fieberzäpfchen ist eine Betreuung in der Kita möglich.
  • Körpertemperaturen (ohne Fieberzäpfchen) von 39° und darüber mit deutlichen Krankheitszeichen bedürfen einer familiären Betreuung.
  • Die Entscheidung darüber obliegt der Leiterin der Kita.
  • Eine Formulierung zu diesem Thema im Betreuungsvertrag ist sinnvoll.

 

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