US-Pädiater: Schwule und Lesben können gute Eltern sein

Boston – Die American Academy of Pediatrics hat sich kürzlich für die rechtliche Gleichbehandlung von gleichgeschlechtlichen Paaren ausgesprochen, die Kinder erziehen. Auch die Adoption müsse unabhängig von der sexuellen Orientierung möglich sein. In einem Technical Report in Pediatrics (2013; doi: 10.1542/peds.2013-037) folgt jetzt die wissenschaftliche Argumentation.

Das Committee on Psychosocial Aspects of Child and Family Health um Benjamin Siegel vom Boston Medical Center schreibt, es seien in den letzten 30 Jahren keine Hinweise gefunden worden, dass Kinder, die bei schwulen oder lesbischen Eltern aufwuchsen, Nachteile in ihrer sozialen, psychologischen oder sexuellen Gesundheit erlitten hätten, obwohl gleichgeschlechtliche Paare in dieser Zeit durchaus gesetzlichen Einschränkungen und sozialen Stigmata ausgesetzt gewesen seien.

Mehr als 100 wissenschaftliche Untersuchungen hätten vielmehr gezeigt, dass das Wohlergehen der Kinder sehr stark von der emotionalen Stabilität und der erzieherischen Kompetenz der Eltern abhänge, nicht aber von der sexuellen Orientierung. Die US-Pädiater erinnern daran, dass es in den USA ansonsten kaum legale Hindernisse gegen eine Ehe gebe. Auch Menschen mit einer kriminellen Vorgeschichte (einschließlich Kindesmisshandlung) könnten heiraten und Kinder bekommen.

Für die US-Pädiater ist durch Studien belegt, dass eine Familie, die in den USA nur drei Viertel aller Kinder kennen (die anderen werden von Alleinerziehenden oder getrennt lebenden Elternteilen erzogen), die emotionale Entwicklung der Kinder am besten fördert. Die eheliche Gleichstellung könne auch die sozialen Benachteiligungen abbauen, denen schwule und lesbische Paare ausgesetzt sind und unter denen dann vor allem die Kinder zu leiden hätten.

Quelle: Newsletter Deutsches Aerzteblatt vom 15.04.2013 Teil 2

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