Übergänge in der Kindertagesstätte vorbereiten

So bereiten Sie den Übergang in die Kita richtig vor

Gerade für Kinder unter Drei bringt der Übergang in eine Kindertagesstätte gravierende Veränderung mit sich. Ein gut begleiteter Übergang ist für eine gesunde Entwicklung des Kindes von großer Bedeutung und stellt auch an die Einrichtung gewisse Anforderungen.
Ein klares Konzept mit Richtlinien zur Eingewöhnung und Übergangsgestaltung ist dabei sehr hilfreich. Folgende Punkte können hier festgehalten werden:

  • Die Eltern werden über die Konzeption des Kindergartens und den Ablauf der Eingewöhnungsphase rechtzeitig und umfassend informiert.
  • Die Erzieherinnen sehen diese Phase als Möglichkeit, eine gelungen Erziehungspartnerschaft zu den Eltern aufzubauen.
  • Den Eltern wird signalisiert, dass Sie und Ihr Kind mit Ihren Bedürfnissen und Wünschen ernst genommen werden.
  • Es wird festgelegt, wer für das Kind die Rolle der Bezugserzieherin übernimmt.
  • Hat das Kind bestimmte Rituale oder Vorlieben (z. B. ein Kuscheltier, ein Lieblingslied), die ihm bei der Eingewöhnung helfen könnten?

Die Eingewöhnung nach dem Berliner Eingewöhnungsmodell nach infans
Ziel

Das Ziel der Eingewöhnung nach infans ist, zwischen der Erzieherin und dem Kind eine tragfähige Beziehung während der Anwesenheit der Bezugsperson aufzubauen. Sicherheit ist die Grundlage für den Start in diesen neuen Lebensabschnitt.

Struktur

Das Eingewöhnungsmodell besteht aus sechs Schritten:

  • Rechtzeitige Information an die Eltern
    Die Eltern werden rechtzeitig über den Ablauf der Eingewöhnungsphase und ihre Rolle darin informiert. Sie sollten zwei bis vier Wochen hierfür einplanen.
  • Die dreitägige Grundphase
    Die Bezugsperson hält sich für ein bis zwei Stunden mit in der Einrichtung auf. Dabei verhält sie sich passiv und dient nur der Sicherheit des Kindes. Während dieser Zeit versucht die Erzieherin, über Spielangebote einen Kontakt zum Kind aufzubauen. Hier kommt auch wieder das Übergangsobjekt wie Kuscheltier oder Schmusetuch zum Einsatz.
  • Der erste Trennungsversuch
    Am vierten Tag verabschiedet sich die die Bezugsperson nach einiger Zeit und verlässt den Gruppenraum. Ist das Kind gelassenen oder lässt sich schnell beruhigen, kann die Abwesenheit 30 Minuten betragen. Weint das Kind und wirkt sehr verstört, sollte die Trennung nur zwei bis drei Minuten dauern.
  • Länge der Eingewöhnung
    Kinder, die sicher gebunden sind brauchen eine Eingewöhnungszeit von zwei bis drei Wochen, unsicher gebundene nur ca. eine Woche.
  • Die Stabilisierungsphase
    Am fünften Tag übernimmt die Bezugserzieherin die Versorgung des Kindes, bietet sich als Spielpartner an und reagiert auf Signale des Kindes. Die Trennungszeiten werden nach Bedürfnis des Kindes täglich verlängert. Zeigt das Kind am zehnten Tag deutliche Verunsicherungen, wir die Eingewöhnung um eine Woche verlängert. Lässt sich das Kind von der Erzieherin trösten und ist in der Zeit ohne die Bezugsperson neugierig und aktiv, kann die Phase der Eingewöhnung als abgeschlossen betrachtet werden.
  • Die Schlussphase
    In der Schlussphase der Eingewöhnung ist die Bezugsperson nicht mehr in der Einrichtung, aber erreichbar. Das Kind akzeptiert nun die Erzieherin als „sichere Basis“. In den kommenden Wochen wird es sicher immer wieder belastende Situationen geben, in denen die Bindung noch nicht ausreicht, um das Kind zu trösten. In diesem Fall sollte eine Elternteil oder die Tagesmutter angerufen werden. Das Wohlbefinden und die Bedürfnisse des Kindes müssen immer im Mittelpunkt stehen.

 

Quelle: Newsletter Kita aktuell vom 07.07.2013

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